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Der Gründer hieß Johann Christian Klaubert. 1818 in Asch geboren, also knapp 45-jährig, startete er das neue Unternehmen. Sein Vater hieß Karl Friedrich Traugott, geboren 19.6.1788 in Bergen bei Plauen im Vogtland. Dessen Vorfahren können lückenlos bis ins Jahr 1557 nach Volkach/Unterfranken zurückverfolgt werden. Erstmals erscheint am 2.5.1810 bei Traugott Klaubert die Berufsbezeichnung "Webmeister" bei der Eheschließung. Dessen Sohn Eduard Moritz führte die Fabrik bis 1915 erfolgreich weiter. Am 17. Januar 1915 meldeten Trauerfahnen vom Rathaus und Sparkassengebäude den Tod des Webwarenfabrikanten, Ritters des Franz Josef-Ordens und Handelskammerrates. Er war viele Jahre Mitglied der Gemeinde und Bezirksvertretung, des Presbyteriums, Obmann des Vereins der Ascher Industriellen, des geselligen Vereins. Besondere Fürsorge widmete er der Ausgestaltung des Krankenhauses, den Anlagen auf dem Hainberge und der städtischen Musikschule. Seit 1903 Mitglied des Stadtrates, wurde er nach dem Tode des Bürgermeister Schindlers einstimmig zu dessen Nachfolger gewählt. Durch seine Hauptarbeit, der Leitung der Firma I. C. Klaubert und Söhne, konnte er diese ehrenvolle Aufgabe nicht annehmen.
Die Fa. I.C. Klaubert und Söhne errichtete 1869 eine große mechanische Weberei in der Sackgasse, einer kleinen Straße "am Stein". Die Lage erachtete man als sehr günstig. Die großen Grundstücke in der unmittelbaren Umgebung waren in Familienbesitz, die Ausweitung mit einer Färberei und Appretur bereits 1870 - also noch zu Zeiten des Marktes Asch - war unproblematisch. Pferdeställe und Wohnungen für die Kutscher befanden sich ebenfalls dort. Wozu Pferde?, denkt jetzt wohl manch jugendlicher Leser. War das Hobbyreiten damals schon "in"? Weit gefehlt. Die gewebten Stoffe, Schals, Tücher oder herrlich warme Plaids (Reisedecken) kamen in stabilen, im Betrieb selbst gezimmerten Holzkisten zum Versand. Der Schwerpunkt der Produktion waren hochwertige Damenkleiderstoffe, die in den besten Schneidersalons gefragt waren. Wollene Schals wurden in Norwegen und Schweden bevorzugt. Der Balkan, mit Sarajewo, Albanien und Jugoslawien, alle Länder der großen österreichischen Monarchie, Indien, Naher Osten und England waren Käufer. Diese schweren Kisten transportierten je zwei brave, starke Schimmel oder zwei Rappen auf so genannten Pritschenwagen mit flachen großen Böden zum Ascher Bahnhof. Auch sämtliche Braunkohle zum Heizen in Färberei und Appretur brachten diese geduldigen Tiere zurück zum Stein. Lastautos gab es noch lange nicht. Am Sonntag durften sie dann abwechselnd spazieren laufen. In einer eleganten Kutsche oder im Winter im Schlitten, fuhren sie ihren Chef und Familie nach Bad Elster zum Kaffee. Wohlversorgt mit Hafersack und Wasser warteten sie mit ihrem Herrn, dem Kutscher, im Bierstübchen auf die gemütliche Heimfahrt. 1945 arbeiteten 238 mechanische Webstühle. Im Ascher
Bezirk verteilt fanden zudem viele Heimarbeiterfamilien einen Verdienst.
Viele Generationen arbeiteten gewissenhaft am weiteren Gedeihen der Firma
zum Wohle aller Arbeiter, Angestellten und der bescheidenen Besitzer.
25-jährige und 4o-jährige Betriebszugehörigkeit waren keine
Seltenheit. |
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