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Christian Fischer's Söhne (CEFISA)
Schon
im 18. Jahrhundert entwickelte sich im Ascher Bezirk bescheidene Textilfabrikation.
Es war die einzige Möglichkeit, den Lebensunterhalt aufzubessern.
Der karge Boden ließ nur Kartoffelanbau und etwas Getreideanbau
zu, die langen, strengen und schneereichen Winter erschwerten landwirtschaftlichen
Anbau. Das ehrsame Handwerk blühte von Jahrzehnt zu Jahrzehnt auf.
Der Ort wurde zu einem Anziehungspunkt für Handwerksburschen aus
Sachsen und Thüringen. Auch der Gründer der Fa. Fischer, Heinrich
Petzold, kam 20-jährig im Jahre 1790 als Strumpfwirkergeselle nach
Asch. Aus Zeulenroda, ohne irdische Schätze, voll unverwüstlicher
Arbeitsfreude und Sparsinn sowie beruflicher Tüchtigkeit. Nach der
Heirat mit einem soliden Bürgermädchen gründete er mit
seinem Ersparten und einem Teil ihres Heiratsgutes eine eigene Firma.
Das war 1795 die Gründung
der Firma Christian Fischer's Söhne. Männliche Nachfolger blieben
ihm versagt. Sein Enkel Christoph Fischer verlor seinen 27-jährigen
Vater bereits als Kleinkind. Der Großvater nahm den Einjährigen
zu sich, erzog ihn zu einem tüchtigen Facharbeiter und ehrbaren Mann.
1835 erbaute dieser mit Hilfe des Großvaters das erste Geschäftsgebäude
in Asch, Ecke Alleegasse/Hauptstraße.
In
der 1795 gegründeten Wirkerei entwickelten sich die Umsätze
anfänglich bescheiden bis zu einem Jahresumsatz von 16.788 österreichischen Goldkronen 1816. Dieser steigerte
sich im Jahre 1818 auf 21.368 österreichische Goldkronen. Dies ermöglichte
die Anschaffung von mechanischen Rundstühlen. Darauf konnten Artikel
wie Hemdenstoff, Plüschstoff, Schuhtrikot oder Mützen erzeugt
werden. Dazu richtete man eine mechanische Spulerei und Näherei und
Rauherei ein. Ferner wurden moderne Cottonstühle zur Herstellung
feiner Damenstrümpfe und Socken und amerikanische Strickmaschinen
aufgestellt.
80-jährig starb Petzold. Nach dem frühen Tod
seiner Frau starb auch Christoph Fischer bereits 49-jährig. Seine
erst 18 und 19 Jahre alten Söhne Gustav und Wilhelm hatten es sehr
schwer, das Geschäft weiterzuführen. Doch die ererbte Tüchtigkeit
und ein industrieller Aufschwung ließen es zu, dass der Besitz innerhalb
von 10 Jahren versechsfacht wurde.
Die
nächste Generation trat ein: Wilhelms Söhne Wilhelm jun. und
Gustav. Herr Gustav hatte zwei überlebende Söhne. Gustav jun. und
Christoph wurden tüchtige Kaufleute. Sie unterstützten mit langfristigen
Krediten und milden Bedingungen den Traum vieler Arbeiter vom eigenen
Häuschen zu verwirklichen.
Wieder waren es die Folgen der Politik, die dieser Generation
unermessliches menschliches Leid brachte. 62-jährig starb Gustav 1930,
den Verlust der Söhne konnte er nie verwinden. Der jüngere Sohn
Friedrich Alfred überlebte ein ins Haus geschlepptes Diphterieleiden
nicht, neunjährig starb er. Der ältere, folglich einzige Sohn
Otto Christoph, wurde an der Südfront in Italien todkrank und starb
19-jährig in Meran am Ende des Ersten Weltkrieges.
Auch seinem Cousin Wilhelm blieb es nicht erspart, beiden
Söhnen, beide im besten Mannesalter, ins Grab nachzublicken. Drei
unmündige Kinder, eine junge Frau und eine Unzahl treuer Arbeiter
standen dem Tod des erst 41-jährigen Chefs fassungslos gegenüber.
Mit Hilfe eines treuen Mitarbeiterstabes wurde das Unternehmen weitergeführt.
Die Witwe, Frau Alice, hielt alle Fäden umsichtig in der Hand.
Aller Ziel war 1945 das 150. Geschäftsjubiläum, die Übergabe der Geschäftsleitung an die beiden Söhne
von Gustav Fischer, Arwed Wilhelm und Karl Heinz. Wieder war es die Politik,
die dieses große Unternehmen fast völlig zerstörte, die
meisten Arbeiter und deren Familien und die Familie Fischer in Armut und
Not stürzte. Aus der Traum vom Jubiläum 150 Jahre Fischer's
Söhne.
Die Geschichte des Gutes Sorg:
Unter dem Namen "Vorwerk Sorga" taucht dieser
Besitz, an der Straße Asch - Roßbach gelegen, bereits im Jahre
1288 auf. In der ältesten Urkunde über die Herren von Neuberg
befindet sich ein Hinweis, dass der Vogt Heinrich von Weida dieses Rittergut
besaß.
Um 1400 ging der Gutshof Sorg in den Besitz der Grafen von Zedtwitz über
und 1690 baute Josef von Zedtwitz das Gutshaus zu einem Schloss aus. Man
betrieb Landwirtschaft und Schafzucht, erzeugte in einer kleinen Brauerei
Bier nach englischer Art, stellte Essig her und brannte einen scharfen
Schnaps. Fortan blieb die Sorg Herrschaftsgebiet der Grafen von Zedtwitz
bis in das 20. Jahrhundert.
1906 kaufte Wilhelm Fischer den gesamten Sorger Besitz und baute das Schloss
für seine Zwecke um. Außerdem wurde im Laufe der kommenden
Jahre der Grundbesitz ganz wesentlich vergrößert. Zu Kriegsbeginn
1939 gehörten zum Gut bereits 135 ha landwirtschaftlich genutzte
Fläche und 996 ha Wald, sowie 23 Fischteiche und eine Erdbeerplantage.
Die Bilanz von 1941/42 weist folgenden Tierbestand aus: 74 Stück Rindvieh,
89 Schweine, 10 Pferde und 1015 Stück Geflügel in einer Hühnerfarm.
Das Trinkwasser erhielt die Sorg über eine ein Kilometer lange Rohrleitung
von Steinpöhl. Zum Gut gehörte auch ein gut bekanntes und gern
besuchtes Gasthaus.
Die Anlagen wurden 1945/46 durch die erste Plünderungswelle schwer
beschädigt. Das Schloss verfiel bis auf die Grundmauern, ebenfalls
der größte Teil der Anlagen. 650 Jahre deutsche Aufbauarbeit
wurden so in kurzer Zeit zunichte gemacht.
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