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Besiedlungsgeschichte des Ascher Gebietes

Das Ascher Gebiet liegt in dem mitteleuropäischen Gebirgszug, der sich von Thüringen und Sachsen über die böhmischen Randgebirge bis zu den Karpaten und zur Donau erstreckt. Dieser Gebirgszug war in alter Zeit dicht bewaldet und besonders bei den Bergketten fast undurchdringlich. Nur wenige Stellen gab es, die weniger gebirgig und daher durchlässiger waren, wie zum Beispiel die alte Völkerstraße zwischen dem Vogtland und dem Egerland.
Für eine Besiedlung des Ascher Gebietes gibt es keine Nachweise und Kenntnisse. Es ist davon auszugehen, dass dieses Gebiet zum Einflussbereich der Kelten gehörte, von denen die Boier im Inneren Böhmens wohnten. Kurz vor der Zeitrechnung wurde dieser Volksstamm von den germanischen Markomannen abgelöst.
Die ersten nachweisbaren Siedlungen im Ascher Gebiet sind um das Jahr 600 entstanden. Germanen vom Stamm der Wernen, die zur Zeit des römischen Schriftstellers Tacitus unter der Bezeichnung Warnen an der Nordsee bei Hamburg wohnten, und die zum Teil während der Völkerwanderung nach Thüringen gezogen sind, gingen nach der vernichtenden Niederlage des Thüringischen Reiches durch den Frankenkönig Chlodwig wieder auf Wanderschaft. Aus dem Gebiet der unteren Elster (durch Umlautung entstanden aus Alster), vor allem aus dem nach ihnen benannten Wernenfeld, zogen die Wernen elsteraufwärts. Eine Gruppe von ihnen kam in den Bereich der jungen Elster und des zufließenden Aschbachs. Dort legten sie auf Bergvorsprüngen befestigte Plätze an. Beispielsweise an der Stelle, auf der dann später die Neuberger Burg gebaut wurde oder auf dem Stein (später Niklas genannt) neben dem später gegründeten Ort Asch, auf dem ein herrschaftliches Schlösschen entstand. Diese Plätze zeichneten sich dadurch aus, dass sie zum Hang hin gut zu verteidigen waren und von der höher gelegenen Hangseite her Grundwasserzufluss gegeben war.
Nach der Völkerwanderung, während der die Germanen aus Böhmen weggingen, kamen von Osten her slawische Völker. Slawische Siedlungen sind im Ascher Gebiet nicht bekannt, obwohl es Orte mit slawischem Ursprung nach Westen zu bis in die Gegend von Bamberg gibt. Der fränkische König und spätere Kaiser Karl der Große führte erfolgreiche Feldzüge gegen die Slawen. Er gründete den bayerischen Nordgau als Teil des fränkischen Reiches, ohne die Slawen aus ihren Siedlungen zu vertreiben. Zum Nordgau gehörte im nordöstlichsten Teil auch das Ascher Gebiet.
Unter den Kaisern aus dem Geschlecht der Staufer um das 12. und 13. Jahrhundert begann die systematische Besiedlung des Ascher Gebietes. Zu dieser Darstellung gehört neben dem Ort Asch auch das Gebiet, dass dem früheren Ascher Bezirk entspricht. Die Siedler kamen aus dem bayerischen Nordgau, vor allem aus dem Gebiet um Tirschenreuth. Die früheren Bewohner sind dabei in der neuen Bevölkerung aufgegangen. Die Siedler verwendeten für die Neugründungen auch Ortsnamen aus ihrer alten Heimat wie beispielsweise Asch oder Mähring oder Wernersreuth. Sie brachten ihre heimische Mundart mit, die zum nördlichen Zweig der bayerischen Sprache gerechnet wird. Diese Mundart hat sich bis zur Vertreibung der deutschen Bevölkerung nach dem Zweiten Weltkrieg erhalten, unabhängig von der wechselnden staatsrechtlichen Zugehörigkeit des Ascher Gebietes. Sie wird auch noch immer von den wenigen zurückgebliebenen Ascher Deutschen verwendet. Altbayerisch, wie man diesen Dialekt richtig nennt, wurde auch, abgesehen von einigen unbedeutenden Abweichungen, im Egerland gesprochen. Diese Mundart ist außerdem noch im Fichtelgebirge und der nördlichen Oberpfalz der Heimatdialekt.
Die Bevölkerung des Ascher Gebietes hat sich bis zum Ende des 18. Jahrhunderts nur wenig verändert. Erst im 19. Jahrhundert, im Zusammenhang mit der Industrialisierung, vor allem der Textilindustrie, nahm sie rasch zu. Zugewandert sind dabei zahlreiche Egerländer. In der Zeit zwischen der Reformation in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts bis zur ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts kamen meist nur Personen aus evangelischen Gebieten wie der Markgrafschaft Bayreuth oder aus Sachsen und Thüringen. Dadurch blieb die Bevölkerung im nördlichen Teil des Ascher Gebietes fast rein evangelisch. Die Bewohner des südlichen Teiles des Ascher Gebietes waren dagegen seit der Zeit der Gegenreformation wieder katholisch. Die heimische Mundart hat sich durch die zugezogenen Egerländer nicht verändert.

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Peter Ploss