die Ascher heute
Ascher Mundart
Literatur und Links

Der Wast'l Fritz

Eine Kurzgeschichte in Ascher Mundart.

Mundart


D(A) WAST'L FRITZ

In ganz Asch houts wuhl keun zweit' n Mensch'n gebm, dea(r) sua(r) bekannt woa(r), wöi da Wast'I?Fritz. Oft iesa vaschpott und g'foppt wu(r)dn und de Grouß'n hanna a za ihr'n Dummhaitnan ümmara paa(r) Böia valeit. In Wirklichkeit woa(r) da Wast'I?Fritz owa a wirkle arma Teifl. Als Schtrouß'nkehra hout a in da Gmeu garwat wöi de annarn a. Freile oftamal houta a wäng üwa de Schträng kaua und hout nou e(b)m a Glasl Böia mehara dawischt, als wöi a vatro(g)n hout. Und nou houtas mit da Pünktlichkeit ba sein Däist niat sua g'nau g'numma.
Alla Tooch hann sich fröih de Gmeuleit am Requesit'nplatz meld'n möin, wou se van Schtrouß'nmaasta Kirschneck vales'n wua(r)dn sänn. Da Wast'l?Fritz hout heit owa g'fahlt. Wöia ümma neina kumma ies, woa(r) sa Partie scha längst am Schtoa druam ba da Arwat. Da Wast'l hout g'wißt wou se sänn und ies schäi langsam nou?ganga. Zwisch'n na Perlets?Wirtshaus und na Isaak hann se keh(r)t und euna va sein Arwatskollegnan hout zan Wast'l g'sagt. "No Fritz, heit kröigst owa dein Rumpla, wenn da Schtrouß'nmaasta kinnt." Na Fritz hout as G'wiss'n scha a wäng drückt und wöi ea(r) nouara Waal na alt'n Kirschneck kumma siaht, ies ea(r) g'schwind afara Schtampa(r)l zan Leiwl ei. Owa da Wast'l hout falsch kalkaliert g'hatt, .denn da Schtrouß'nmaasta ies weitaganga bis zan Schtöhr?Beeck und nou iesa wieda ümkäihat. Öitz houta na Wast'I?Fritz de Lewit'n anstände geigt. Owa da Wast'l woa(r) a niat aaf's Maal g'fall'n und hout g'sagt: "Dös kost doch nea(r) ma Göld."
Ban Weggäih hout da Schtrouß'nmaasta Kirschneck nu g'sagt: "Wennst morg'n fröih wieda niat dou biest, nou louate mit da Schees'n huln."
Ob da Wast'l va sich aas oda aafg'hetzt va sein Freindnan na annan Tooch daheum blie(b)m ies, hout nämmats dafah(r)n. Jed'nfalls houta fröih ban Vüa(r)les'n wieda g'faahlt. Wöia owa nou oan dritt'n Tooch pünktle za Schtell woa(r) und keun(a) Aasschimpfa kröigt hout, ies da Wast'I?Fritz vüratre(t)n und hout g'sagt: "Gestan howe niat g'soff'm, owa na ganz'n Tooch howe aaf da Sches'n g'wart und kumma isse niat. Öitz koast ma a dean Tooch bazohln."
Seina Kollog'n hann allzsamm a wäng g'lacht und da alt Kirschneck ies mit schmunz'lnda Miena weitaganga.

 

Hochdeutsch


DER WAST'L FRITZ

In ganz Asch hat es wohl keinen zweiten Menschen gegeben, der so bekannt war wie der Wast'l Fritz. Oft ist er verspottet und gefoppt worden und die Großen haben ihn auch zu ihren Dummheiten für ein paar Bier verleitet. In Wirklichkeit war der Wast'l Fritz aber ein wirklich armer Teufel. Als Straßenkehrer hat er in der Gemeinde gearbeitet wie die anderen auch. Freilich oft einmal hat ein wenig über die Stränge gehauen und hat dann eben ein Glas Bier mehr erwischt, als wie er vertragen hat. Und dann hat er es mit der Pünktlichkeit bei seinem Dienst nicht so genau genommen.
Alle Tage haben sich früh die Gemeindeleute am Requisitenplatz melden müssen, wo sie vom Straßenmeister Kirschneck verlesen worden sind. Der Wast'l Fritz hat aber heute gefehlt. Wie er um Neun gekommen ist, war seine Partie schon längst am Stein (Ascher Stadtteil) oben bei der Arbeit. Der Wast'l hat gewusst wo sie sind und ist schön langsam nachgegangen. Zwischen dem "Perlets-"Wirtshaus und dem Isaak haben sie gekehrt und einer von seinen Arbeitskollegen hat zum Wast'l gesagt: "Na Fritz, heute kriegst Du aber Deinen Rumpler, wenn der Straßenmeister kommt." Den Fritz hat das Gewissen schon ein wenig gedrückt und wie er nach einer Weile den alten Kirschneck kommen sieht, ist er geschwind auf ein Stamperl zum "Leibl" hinein. Aber der Wast'l hat falsch kalkuliert gehabt, denn der Straßenmeister ist weitergegangen bis zum Stöhr-Bäcker und dann ist er wieder umgekehrt. Jetzt hat er dem Wast'l die Leviten anständig gegeigt. Aber der Wast'l war auch nicht aufs Maul gefallen und hat gesagt: "Das kostet doch nur mein Geld."
Beim Weggehen hat der Straßenmeister Kirschneck noch gesagt: "Wenn Du morgen früh wieder nicht da bist, dann lasse ich dich mit der Schese (Auto) holen."
Ob der Wast'l von sich aus oder aufgehetzt von seinen Freunden am anderen Tag daheim geblieben ist, hat niemand erfahren. Jedenfalls hat er früh beim Vorlesen wieder gefehlt. Wie er aber dann am dritten Tag pünktlich zur Stelle war und keine Schimpfe bekommen hat, ist der Wast'l-Fritz vorgetreten und hat gesagt: "Gestern habe ich nicht gesoffen, aber den ganzen Tag habe ich auf deine Schese gewartet und gekommen ist sie nicht." Jetzt kannst Du mir auch diesen Tag bezahlen."
Seine Kollegen haben alle zusammen ein wenig gelacht und der alte Kirschneck ist mit schmunzelnder Miene weitergegangen.

zum Seitenanfang

 
Peter Brezina
 
Peter Ploss