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Der verlorene Rock

Eine Kurzgeschichte in Ascher Mundart.

Mundart


DER VERLORENE ROCK

Am Schreiwasteich, gleich hinta na katholisch'n Vareinshaus, hann de zwäi Köihzindl's Bröida as Bauanzeig'I va ihr'n vastorbna Öltan weita bewirtschaft. Waal se owa all zwäi niat g'rod de Arwat dafunna g'hatt hann, sua woa(r) döi Wirtschaft ziemle valieda(r)t. Zwa düüra Köihala woa(r)n nu in Stool g'schtand'n, deanan de Knoch'n üwarall asseg'schtand'n sänn und mit deanan hann se a nu döi paar Fälla druam im Hainberchhang bearwat.
Amal sänn se wieda mit aran Föidala Miest, vielleicht drei Trochkörb vulla, asseg'fah(r)n und waals oa dean Tooch ziemle Haas woa(r), hout da Kloi sein Ruak ozuag'n und hint'n aaf na Wog'n gelegt.
Durch de Töpfagaß asse hout da Kloi döi zwa Köihala vorn oaran Schtriek g'föihat und da Grouß, da Edaward, ies ne(b)m hea(r)ganga und hout sa Pfeif'm g'raucht. Am Föld oakumma, wollt da Kloi sein Ruak van Woog'n oijatou ? owa, o Schreck, dea(r) woa(r) weeg.
Wöi a sein Brouda dös Unglück daz'lt, tout dea de Pfeif'm ass'n Maal und sagt ganz seelenrouhe: "ja, dös howe schaa g'seah, wöi da Ruak van Woog'n oig'fall'n ies, dös woa(r) schaa dou unt'n ba da Towies'ns Schei. Ich ho owa nix g'sagt, waalst du in dera Hitz dein Ruak sua wöi sua niat brachst!"

 

Hochdeutsch


DER VERLORENE ROCK

Am Schreibers Teich, gleich hinter dem katholischen Vereinshaus, haben die zwei Kühzintell Brüder das Bauernzeug ihrer verstorbenen Eltern weiter bewirtschaftet. Weil sie aber alle zwei nicht gerade die Arbeit erfunden gehabt haben, so war diese Wirtschaft ziemlich liederlich. Zwei dürre Kühe waren noch im Stall gestanden, denen die Knochen überall herausgeschaut sind und mit denen haben sie auch noch die paar Felder oben auf dem Hainberghang bearbeitet.
Einmal sind sie wieder mit einem Fuder Mist, vielleicht drei Tragkorb voll, hinausgefahren und weil es an diesem Tag ziemlich heiß war, hat der Kleine seinen Rock (Jacke) ausgezogen und hinten auf den Wagen gelegt.
Durch die Töpfergasse hinaus hat der Kleine die zwei Kühe vorne an einem Strick geführt und der Große, der Eduard, ist nebenhergegangen und hat seine Pfeife geraucht. Am Feld angekommen, wollte der Kleine seinen Rock vom Wagen heruntertun - aber, oh Schreck, der war weg.
Wie er seinem Bruder das Unglück erzählt, tut der die Pfeife aus dem Maul und sagt ganz seelenruhig: "Ja, das habe ich schon gesehen, wie dein Rock vom Wagen herabgefallen ist, das war schon da unten bei der "Towiesen" Scheune. Ich habe aber nichts gesagt, weil du in dieser Hitze deinen Rock sowieso nicht brauchst."

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