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Gemeinden
und Orte im Bezirk Asch
Friedersreuth, Gottmannsgrün,
Grün, Haslau
/ Ottengrün, Himmelreich,
Hirschfeld, Krugsreuth,
Lindau, Mähring,
Nassengrub, Neuberg,
Neuenbrand, Niederreuth,
Oberreuth, Rommersreuth,
Rossbach,
Schildern, Schönbach,
Steingrün, Steinpöhl
/ Elfhausen, Thonbrunn, Wernersreuth
Grün
In
einem lieblichen Wiesental, auch "Tal der Treue" genannt, lag
unser schmuckes Dörflein Grün. Die Fluren, die mit einem Halbkreis
an Sachsen grenzten, begannen knapp unterhalb der Vereinigung der jungen
"Weißen Elster" mit dem Äschbach. Der Ort dürfte
schon vor 1300 entstanden sein (urk.Erw.1392 ). Geschichte, Bräuche
und Tracht glichen denen der Nachbarorte. Schon vor 1600 gab es im Ort
einen Eisenhammer, ebenso eine Mahlmühle. Um 1600 entstand auch die
erste Papiermühle, der 1780 und 1835 zwei weitere folgten. Eine Drahtzieherei,
die 1780 mit 12 Gehilfen arbeitete, war 1750 angelaufen. Früher bestand
auch eine Knochenmühle, eine Ziegelei und Steinbrüche - in der
Neuzeit aufgelassen. Die Hausweberei, einst sehr verbreitet, wurde ab
1870 von der mechanischen Weberei verdrängt. Eine erste Weberzunftordnung
bestand im Bereich Asch seit 1651. Das Hammerwerk, ab 1817 als Spinnerei
eingerichtet, war ab 1855 im Besitz der Fa. Geipel, Asch. Um 1890 lief
eine moderne Färberei mit Appretur an. (1892 mit 137 Arbeitern) Auch
aus der Drahtzieherei wurde ein Textilbetrieb. Ein Dr. Hoffmann zählte
1786 für Grün unglaubliche 62 Berufe. Die 39 Hausnummern von
1770 begannen im Ortsteil Goldbrunnen mit Nr. 1 und 2 und setzten sich
fort in der "Neuen Welt", "Unter Dort", "Ober
Dorf", "Loh", "Hundsbach" und "Loch".
Die rk. Bewohner gehörten nach St. Niklas in Asch. Die ev. Dörfler
(80 von 100) waren bis 1852 nach Elster/Sachsen eingepfarrt. Nicht so
legal wechselten aber auch Waren, wie Salz, Tabak oder Vieh im großen
Bogen ums Zollamt, über die nahe Grenze. Auf einem Felsen, in der
Ortsmitte, befand sich ein Vorwerk der Neuberger Zedtwitz-Grafen. Heute
sprudelt am Dorfplatz noch die letzte von ehemals 3 Säuerlingsquellen.
Eine handvoll Teiche sind längst verschwunden.
Der
Bestand der Flussperlmuschel in der Elster wurde schon früh durch
die Industrie vernichtet. (Perlmutt wurde in Adorf/Sa industriell verarbeitet).
Unser Ort hatte ab 1910 Strom, aber auch Wasserräder und Dampfkessel
arbeiteten noch. Die österreichische Schulordnung von 1774 hatte
bewirkt, dass auch in den Dörfern die Wanderschulen durch Schulstuben
und feste Lehrer ersetzt wurden. So in Grün um 1820, dann auch in
den Nachbarorten. Ein Armen-Gemeinde- und Schulhaus wurde 1841 errichtet.
Eine schöne große Schule mit Wohnungen wurde 1876 bezogen,
aber schon 1914 durch ein imposantes neuzeitliches Haus ersetzt, heute
ein Kinderheim. Persönlichkeiten des Ortes: Der Tischler J.S. Zeitler
*1704 fertigte u.a. den großen Altar der Ascher ev. Kirche. (Schon
sein Vater Michael schuf u.a. den Roßbacher Altar) Schustergeselle
Ambrosius Weigand * 1799, betrieb um 1845 in Chemnitz eine Tanz-Schwimm-Fecht-
und Turnschule, und gründete 1847 den dortigen Turnverein. Träger
der höchsten österreichischen Tapferkeitsmedaille war 1915 der
Korporal Christov Hendel *1884. Nach dem Krieg wurde der Maler Emil Hülf
*1904, in Stuttgart als Kunstmaler bekannt. Förderer des Ortes waren
Fabrikanten und die gräfliche Familie. Leid brachten Krankheiten,
Missernten, Brände und Überschwemmungen über das Dorf.
Bei Kriegsanbruch zählte man bei ca. 800 rein deutschen Einwohnern,
etwa 260 Haushalte bei 142 Hausnummern. Die Ortsfläche von 383 ha
lag auf etwa 500 m Seehöhe.
Die
geselligen Dörfler brachten es auf über 12 Vereine. Die ältesten
Vereine waren: Verein Eintracht gegr. 1859 (1893 bereits 85 Mitgl.), Krankenunterstützungsverein
1875, Ortsfeuerwehr 1881, Veteranen- und Fortbildungsverein beide gegr.
1884. Der 1904 gegr. Turnverein brachte es auf etwa 50 aktive Turner.
Ferner gab es etwa 12 Bauernhöfe und 7 Schneiderinnen. Es folgten
je 5 Lebensmittelläden und Gaststätten und je 3 Tischler, Schneider
und Schuster. 2 Fleischer sorgten für gutes Essen und 2 Musikkapellen
für nötige Auflockerung.2 Feuerwehren sorgten für Sicherheit.
Auch andere notwendige Handwerker und Geschäfte waren vertreten.
Für uns alle war die Nähe Bad Elsters ein großer Vorteil
(Umsatzsteigerung, Arbeitsplätze, Freizeitgestaltung).Das rege Arbeitsleben
des Dorfes wurde durch 5 mächtige Fabrikschlote betont. Sie dampften
außerhalb oder am Rande des Ortes.
Die politische Entwicklung sorgte jedoch für ein jähes Ende
des friedlichen Dorflebens. Das Kriegerdenkmal von 1925 besagt, dass 1914
- 1918 vom Ort 55 Tote zu beklagen waren. Für die Geschehen und deren
über 50 Opfer von 1939 -45/46 blieb nur das Gedenken in uns. Das
meiste vom Ort ist Vergangenheit. Weniger als 1/3 der Häuser steht
noch, teils in gutem Zustand. Knapp 10 ehemalige Deutsche leben heute
mit den rund 80 Tschechen. Die Westmächte legten 1918 den Keim für
eine Entwicklung, wie sie so wohl kein Deutscher erahnen konnte. Auch
1938 war von unserem Volke so nicht gewollt. Unser Schicksal verstehen,
setzt gründliches Lesen der Geschichte auch vor 1918 voraus. Das
brutale Ende eines mehr als 800 jährigen Nebeneinanders von verschiedenen
Volksstämmen, ist in der unmenschlichen Form von 1945/47 zwischen
westlichen Kulturen, trotzdem so nicht begreifbar. Die Zukunft des Ortes
(Doubrava) zeigt der Allgemeinzustand, insbesondere der unseres Gottesackers.
Krugsreuth 
Die
Sonnenstube des Ascher Ländchens. Ein Dorf nordöstlich von Asch
gelegen, an der Grenze zum Vogtland in Sachsen. Es ist umgeben von den
Bergen des Elstergebirges und liegt auf einer Höhe von 530 ? 600
Meter. Die Gesamtfläche der Gemeinde umfasste 354 Hektar. Krugsreuth
bestand aus den Ortsteilen: Unteres und mittleres Dorf und der Juchhöh.
Am Dorf vorbei floss die noch junge Weiße Elster. 1938 vor dem Anschluss
des Sudetenlandes an das Deutsche Reich, zählte der Ort 165 Häuser
mit insgesamt 870 Einwohnern. Diese Zahl erhöhte sich bis zum Ende
des zweiten Weltkrieges auf 900 Einwohner. Nach der Vertreibung der Deutschen
durch die Tschechen im Jahre 1946 schrumpfte das Dorf auf den heutigen
Stand von 68 Häusern. Die ersten Siedler sind schon um 1150 aus der
nördlichen Oberpfalz in die Gegend eingewandert. Die Entstehung von
Krugsreuth geht auf das 13. bis 14. Jahrhundert zurück. Der Ort wurde
vom Rat der Stadt Eger erstmals 1384 erwähnt und hatte im Laufe der
Jahrhunderte mehrere Namen: 1395 Krwgesreuth 1397 Kongesreuth 1417 Krugreut
1533 Klugesreuth 1555 Krugesreuth 1667 Großreuth.
Großen
Einfluss auf das Dorf hatten die Grafen von Zedtwitz. Schon 1537 wird
von einem Rittersitz in Krugsreuth berichtet. 1612 wurde das Schloss von
Bartholomäus v. Zedtwitz erbaut und 1677/78 erweitert. Der letzte
Besitzer des Schlosses war Franz Graf v. Zedtwitz. Er wurde 1945 von den
Tschechen enteignet. Das Schloss wurde im Laufe der Jahre nach dieser
Zeit total zerstört. Der Graf selbst, der seine Heimat auch verlassen
musste, starb 1954 in Bad Mergentheim. Sein Nachfolger Dr. Franz Graf
v. Zedtwitz, bekannt als Schriftsteller und Zoologe, ist als Kriegsberichterstatter
1942 vor Sewastopol auf der Krim gefallen. Bei der Zerstörung und
Plünderung des Schlosses ging eine wertvolle Bibliothek, aus der
Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg, verloren. Im Jahre 1889
wurde der evangelische Friedhof und 1890 der katholische, mit der Zedtwitzschen
Familiengruft, angelegt. Im gleichen Jahr wurde die katholische Herz-Jesu-Kirche
eingeweiht. Nach der großen politischen Wende 1990 wurde die Kirche
mit Hilfe der ehemaligen Krugsreuther Bewohner renoviert und bereits im
Oktober des gleichen Jahres ausgeraubt. 1901 erhielt Krugsreuth ein Schulhaus
für eine dreiklassige Volksschule. Dieses Schulhaus steht heute noch.
1911 brannte im Dorf das erste elektrische Licht und 1930 erbaute der
Arbeiter-Turn- und Sportverein das weithin bekannte Schwimmbad, im Volksmund
scherzhaft das "Rote Meer" genannt. Obwohl Krugsreuth keine
Industrie hatte, war es bis 1938 eine sozialdemokratische Hochburg. Neben
der Arbeit im Handwerk und in der Landwirtschaft, waren viele Einwohner
in der Textilindustrie in Asch, Neuberg und Grün beschäftigt.
Die Krugsreuther pflegten ein reges Vereinsleben. Jede Partei hatte ihre
eigenen Vereine. Die Sozialdemokraten, genannt die Roten, waren mit dem
Arbeiter-Turn- und Sportverein, dem Arbeitergesangverein und einem Radfahrverein
vertreten. Die Deutsche Partei hatte ihren Turnverein "Frisch-fromm-fröhlich-frei"
und den Männergesangverein "Juchhöh". Nicht politisch
gebunden waren die freiwillige Feuerwehr und der Schulverein. Mit der
Vertreibung der rein deutschen Bevölkerung 1946 kam dann das Ende
eines schönen liebenswerten Dorfes.
Neuberg 
Der
damalige k.k. Bezirkshauptmann und bekannte Heimatforscher J. Tittmann
schrieb in seiner 1893 herausgegebenen "Heimatkunde des Ascher Bezirkes
für Schule und Haus" (auf Seite 208): In geschichtlicher Beziehung
ist Neuberg in unserem Bezirke der erstwichtigste Ort, denn man kann und
muss behaupten, dass die Geschichte von Neuberg eigentlich die Geschichte
des Ascher Gebietes im engeren Sinne ist". Aber dichte Schleier liegen
über dieser Geschichte, die von zwei Geschlechtern - den Rittern
von Neiperg (auch Neipperg, Nitberg oder Neydberg geschrieben) und dem
Geschlechte derer von Zedtwitz - geprägt wurde. Die wahrscheinlichen
Ortsgründer und Erbauer der alten Ritterburg waren die Ritter von
Neiperg, von denen auch der Ortsname Neuberg abgeleitet wurde. Erstmals
1288 urkundlich erwähnt, wird angenommen, dass dieses fränkische
Rittergeschlecht gegen Ende des 12.Jahrhunderts mit der Errichtung der
Burg begann und mit einer geringen Zahl vorhandener Arbeitskräfte
wohl zwei bis drei Generationen benötigte, um dieses stabile Bauwerk
zu vollenden, deren Bergfried heute noch in relativ gutem Zustand erhalten
ist. In der Zeit allgemeinen Untergangs des Ritterwesens gegen 1400 wurden
die Neiperger - teilweise schon dem Raubrittertum verfallen - allmählich
von dem Adelsgeschlecht derer von Zedtwitz abgelöst, die ihren Herrschaftsbereich
rasch über Neuberg hinaus in der ganzen Region erweiterten. Nach
der Zerstörung der Burg (wahrscheinlich gegen Ende des 30jährigen
Krieges) errichteten die neuen Herren in Neuberg nicht weniger als 4 Schlösser:
Schloss Sorg 1690, Neuschloss 1693, Unterteil 1750 und Oberteil 1752.
Das letztgenannte Schloss Oberteil wurde aus den Bruchsteinen der vermutlich
durch Brand zerstörten Burggebäude errichtet. Wenig berichtet
die bisherige Geschichtsforschung über das sogenannte Schlössl,
dass den Herren von Zedtwitz vor der Besitzteilung in Oberteil und Unterteil
nach der Zerstörung der Burg als Wohnsitz zu Verfügung stand.
Alle diese Schlösser sind längst untergegangen. Schloss Oberteil
ist nach dem Brand im Jahre 1902 nur noch als Ruine erhalten, die übrigen
Zedtwitz-Schlösser sind nach dem zweiten Weltkrieg verfallen. Die
Besichtigung des heutigen Schlossgeländes mutet wie ein Gang durch
die Ausgrabungsstätten von Pompeji an: Gewölbe, Mauern und Ruinen.
Das
kulturelle Prunkstück in Neuberg (tschechisch Podhradi, wörtlich
übersetzt Unter der Burg), das wohl bedeutendste Bauwerk aus alter
Zeit, ist die evangelische Barockkirche "Zum guten Hirten".
Von außen nicht erkennbar, die Schönheit im Innern mit den
reichen Ausstattungen in bunten Farben, galt das Gotteshaus als eines
der ältesten evangelischen Kirchen in der damaligen österreichischen
Monarchie. Der älteste Teil in den Jahren 1470 - 1490 unter Heinz
von Zedtwitz, dem damaligen Burggrafen von Eger erbaut, diente damals
als Schloss- und Gruftkapelle. Seine jetzige Gestalt erhielt die Kirche
in den Jahren 1678 bis 1682. Graf Ernst Wolf von Zedtwitz, dessen Wappen
hoch über dem Altar prangt, ließ 1703 die Kanzel und 1710 den
Altar durch Michael Zeitler aus Grün errichten. 1711 wurde die Decke
mit einem Holztonnengewölbe verschalt und von dem Maler Rodeus mit
sinnreichen Bibeltexten illustriert, der wohl auch die beiden Altarbilder
- die Taufe Christi und das Heilige Abendmahl - geschaffen hat.
An der Empore ist nahe der Grafen-Loge ein Handwerkerzeichen mit der Jahreszahl
1712 und an der Kanzel das sogenannte "Luther-Siegel" (rotes
Herz mit Kreuz auf weißer Rose) angebracht. Der erste evangelische
Gottesdienst wurde anno 1542, also vier Jahre vor Luthers Tod, gehalten.
Seit 1992 wurden in der Kirche laufend Restaurierungen vorgenommen, an
deren Kosten sich die früheren deutschen Einwohner maßgeblich
beteiligt haben. Gottesdienst ausschließlich in deutscher Sprache
findet jeden zweiten Sonntag im Monat um 13.30 Uhr statt. Zum Gedenken
an die Weihe der Kirche wird seit 1992 wieder- jeweils zwei Wochen nach
Ostern - das Kirchweihfest als deutsch-tschechische Gemeinschaftsveranstaltung
feierlich begangen.
Ein "Lehrpfad durch die Ortsgeschichte" beginnt am Fuße
des Kirchberges mit dem mittelalterlichen Sühnekreuz, worüber
eine zweisprachige Informationstafel Näheres mitteilt. Kaum 50 davon
entfernt ist unterhalb der Kirche das alte Kriegerdenkmal - errichtet
1893 - aus der Zeit, als Neuberg zu Österreich gehörte. Das
geschichtlich interessante Mahnmal ist den Opfern der Kriege in den Jahren
1848/49 (Ungarnaufstand), 1859 in Oberitalien gegen Sardinien (Schlacht
bei Solferino) und 1866 in der vernichtenden Niederlage Österreichs
gegen Preußen bei Königsgrätz in Böhmen, gewidmet.
Gleich
neben diesen Denkmal befindet sich eine weitere Informationstafel mit
den Abbildungen der örtlichen historisch bedeutenden Bauwerke, versehen
mit zweisprachigen Texten über Erschaffung und Untergang derselben.
Die Tafel trägt die Feststellung: "Sie befinden sich hier an
der geschichtsträchtigsten Stelle des Ascher Ländchens".
Ein Anziehungspunkt für Touristen von hüben und drüben.
Der Lehrpfad durch die Ortsgeschichte führt weiter an der Kirche
vorbei mit dem Kriegerdenkmal von 1923 für die Opfer des ersten Weltkrieges
und anschließend durch das Burg- und Schlossgelände. Schließlich
durch den felsengesäumten, ehemaligen Schlossgarten im Elm (der damaligen
Kälberalm) mit herrlichen Ausblick in das Elstertal, wieder hinab
zur Staatsstraße. Neuberg liegt eingebettet zwischen den Höhenzügen
von Hainberg (752m), Hungersberg (690m) und dem Leithenberg (669m) an
dem kleinen Bachlauf der Äsch (Aschbach), die nach Vereinigung mit
dem Ottenbach an der östlichen Ortsgrenze in die weiße Elster
mündet. Der Ort zählte früher (bis Ende des 2.Weltkrieges)
ohne die eingemeindeten Ortschaften Steinpöhl und Elfhausen rund
1500 deutsche Einwohner. Heute leben dort etwa 150 Tschechen. Es gab am
Ort bis zur Vertreibung 1946 noch 1 Arzt, 1 Dentisten, 1 Autoreparaturwerkstätte,
2 Bäcker, 3 Getreidemühlen, davon eine mit Brotbäckerei,
1 Bankgeschäft, 1 Bierabfüller, 1 Darmgroßhändler,
1 Drogerie, 2 Friseure, 1 Gartenbau, 2 Gastwirtschaften mit Fleischerei
und weitere 4 Gasthäuser, 1 Hebamme, 1 Klempner, 1 Kohlenhändler,
4 Lebensmittelgeschäfte mit Obst- Gemüse- und Flaschenbierhandel,
1 Konditor, 1 Lohnmühle, 2 Lohnwirker, 2 Maler u. Lackierer, 2 mechanische
Webereien und Färbereien, 1 Milchhändlerin, 2 Ofensetzer, 1
Sattler, 3 Schneider, 2 Schuhmacher, 1 Stickerei, 3 Tabakwarengeschäfte,
1 Tankstelle, 1 Tischler, 1 Trikotagenfabrik, 1 Schmied, 1 Wasenmeister
und 1 Zuckerwarengeschäft. All das zeugt von einer damals sehr aktiven
blühenden Gemeinde.
Niederreuth 
Niederreuth
dürfte so kurz vor 1200, also nach Oberreuth durch Zisterzienser
Mönche des Klosters Waldsassen gegründet worden sein. Urkundlich
taucht es 1315 erstmals auf. Die beiden Dörfer Ober- und Niederreuth
hatten Jahrhunderte lang vieles gemeinsam und gehörten um 1342 den
Nothaften von Wildstein. Um 1400 ging das Dorf in den Besitz derer von
Reitzenstein über. Diese verkauften es dann 1534 an den Neuberger
Heinrich von Zedtwitz.
Niederreuth hatte eine eigene Gerichtsbarkeit. Davon zeugten noch in der
Ortsmitte das ehemalige Gerichtshaus (später Armenhaus) und der Galgenberg.
Diese Gerichtsbarkeit wurde aber später nach Asch verlegt. Auch gab
es in Niederreuth einen sogenannten Freihof in dem noch bis 1946 das ehemalige
Richtschwert aufbewahrt wurde.
Die wichtigsten Erwerbszweige waren die Landwirtschaft und früher
auch der Zinnbergbau, sowie Papiermühlen. Teilweise hatten die Bauern
auch das Braurecht. Das Brauhaus wurde dann wegen Baufälligkeit 1920
abgerissen. Eine Besonderheit von Niederreuth ist der Radonhaltige Säuerling.
Die Gemeinde hatte nach der Gebietsabtrennung 1937 (Schimmelgrenze) ein
Ausmaß von 637 ha und 569 Einwohner (lt. Volkszählung 1939)
in 121 Häusern. Es gab drei Gasthäuser, drei Lebensmittelgeschäfte,
eine Gemüsehandlung, einen Bäcker, zwei Mühlen, zwei Schneidmühlen,
einen Tischler, eine kleine Schablonenfabrikation, zahlreiche Hausweber
und Wirker, einen Schneider, einen Schuster, einen Friseur und einen Bogenmacher.
Viele waren auch in Asch oder in Handwerksbetrieben beschäftigt.
Auch gab es einige Milchhändler welche die Milch der Bauern nach
Asch verkauften.
Neben der freiwilligen Feuerwehr gab es noch folgende Vereine: den Athletenklub,
den Freundschaft- Geselligkeits- und Beerdigungsverein, den Turnverein,
einen Gesangverein, den Gustav-Adolf-Verein, den Kulturverband und die
Landjugend.
Nach 1945 ereilte die Einwohner Niederreuths das gleiche Schicksal wie
die Bewohner aller anderen deutschen Orte in Böhmen. Sie wurden vertrieben
und leben heute über ganz Deutschland verstreut. Vom Dorf selbst
ist nur wenig übrig geblieben. Es steht nur noch ein ganz kleiner
Teil der Häuser. Die meisten Häuser haben die Tschechen den
Erdboden gleichgemacht.
Oberreuth 
Die mit 675 m höchstgelegene und 426 ha große
Gemeinde im Ascher Landkreis, wurde 1291 als "Oberreute" in
einer Pfandurkunde das erstemal erwähnt. Diese Urkunde liegt in München
im bay. Staatsarchiv. Dabei wurden einige Höfe von Engelhardt Nothaft
auf Wildstein an die Nürnberger Burggrafen verpfändet. Wiederum
80 Jahre später hat die Stadt Eger die Höfe von Hans von Neuberg
gekauft. Im Jahre 1534 ging Oberreuth dann entgültig in den Besitz
derer von Zedtwitz über.
Mitte des 18. Jahrhunderts wurde in Oberreuth der letzte Bär in der
Ascher Umgebung geschossen.
In einer Niederschrift aus dem Jahre 1785 wird für Oberreuth bereits
ein k.k. Zollamt erwähnt. Dieses Zollamt war bis 1938 in Betrieb.
Im Jahre 1842 wird der Ort wie folgt beschrieben: 450 Einwohner, Grenzzollamt,
einige Weber (Hausweber), eine Ziegelhütte und ein Kalksteinbruch
mit Brennerei. Später gesellten sich noch einige Geigenbogenmacher
hinzu. Bereits fünf Jahre später wurden nur noch 388 Einwohner
und 60 Häuser gezählt. 1874 wurde Oberreuth eine selbständige
Orts- und Schulgemeinde.
Das schlimmste und einschneidendste Ereignis traf den Ort im Jahre 1917.
Ein geistig verwirrter Bauernsohn hatte das Dorf angezündet. Durch
einen heftigen Sturm hatte sich das Feuer rasch ausgebreitet. Der Brandkatastrophe
fielen 29 Bauernhöfe zum Opfer. Das Dorf wurde von den fleißigen
Bewohnern jedoch wieder vollständig aufgebaut.
Einen anderen Sturm aus dem Osten, dem der Vertreibung und totalen Vernichtung
im Jahre 1946 war es dann nicht mehr gewachsen. Die Tschechen hatten das
Dorf dem Erdboden gleich gemacht.
Wernersreuth 
Als
erster Ort an der noch jungen weißen Elster liegt Wernersreuth.
Es besteht aus einem Ortskern und 15 umliegenden Ortsteilen. Dies sind:
Die "Neuen Häuser", die Zeidelweide, die Wassernot, der
Laubbühel, das Unterdorf, der Sand und der Salerberg, dann kommen
Klatschhausen, Dotschengasse, die Hut und der Kalkofen, weiter das kalte
Eck, der Lumperhau, die Heidehäuser und Hinterhimmelreich. Wernersreuth
wurde erstmals 1392 im Klosteuerbuch zu Eger urkundlich erwähnt.
Mit 887 ha Fläche, 223 Häusern und 1132 Einwohnern (lt.letzter
Volkszählung) gehörte Wernersreuth zu den größeren
Gemeinden des Ascher Bezirks. Einst gehörte der Ort zu den Besitzungen
der Grafen von Zedtwitz, die hier das "Alte Schloß" besaßen.
Früher wurde auf Wernersreuther Grund auch Zinn abgebaut. Der Zinnberg
behielt seinen Namen bis zuletzt.
In Wernersreuth gab es etwa 30 Landwirte mit 5 bis 20
ha Grund und etliche Nebenerwerbsbauern, die zum Teil nach Asch zur Arbeit
gingen. Sieben davon waren Milchhändler. An Gewerbetreibenden gab
es 3 Tischler, 1 Schmied, 1 Wagner, außerdem 5 Lohnwirker, einige
Hausweber, 2 Bäcker, 1 Fleischer, 3 Schuhmacher, 1 Friseur, 1 Maler
u. Lackierer und 1 Kohlenhändler. Für das leibliche Wohl sorgten
6 Gemischtwarenhändler und 7 Gasthäuser. Dazu bewegte die junge
Elster noch 7 Mühlen. Der überwiegende Teil der Bewohner des
Ortes war in der Ascher Textilindustrie oder im Handwerk beschäftigt.
Kulturell
war Wernersreuth sehr aktiv. Neben vieler Hausmusik war besonders die
Wernersreuther Blaskapelle (Rossbe) weit bekannt. Auch die Gowers-Schrammel
war sehr beliebt. Dazu gab es ein reges Vereinsleben. Bis zu 15 Vereine
waren eingetragen. Ob Turnverein, Raffball, Gymnastik oder Gesangverein.
Es gab selbstverständlich eine freiwillige Feuerwehr und einen Beerdigungsverein.
Wernersreuth hatte im Ortskern an der Hauptstraße ein schönes
Schulhaus. Zu erwähnen ist auch noch die "Villa Martha",
ein Erholungsheim der Ascher Krankenkasse.
Konfessionell war der überwiegende Teil der Bevölkerung
evangelisch, ein kleinerer Anteil war katholisch. Da Wernersreuth kein
Gotteshaus besaß, gehörten die Einwohner beider Konfessionen
zu den Ascher Kirchengemeinden.
Nach der Vertreibung der Einwohner von Wernersreuth
im Jahre 1946 ist der größte Teil des Ortes verfallen und dem
Erdboden gleichgemacht worden. So bleibt den Wernersreuthern nur noch
die Erinnerung an ein schönes Dorf.
Friedersreuth, Gottmannsgrün,
Grün, Haslau
/ Ottengrün, Himmelreich,
Hirschfeld, Krugsreuth,
Lindau, Mähring,
Nassengrub, Neuberg,
Neuenbrand, Niederreuth,
Oberreuth, Rommersreuth,
Rossbach,
Schildern, Schönbach,
Steingrün, Steinpöhl
/ Elfhausen, Thonbrunn, Wernersreuth
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